Region erarbeitet Strategie „Fichtelgebirge 2020“

Bis auf den letzten Platz besetzt war der große Sitzungssaal im Landratsamt: etwa 90 engagierte Frauen und Männer waren dem Aufruf gefolgt, ihre Kompetenz, ihre Kenntnisse und Ideen für die Region bei der Strategiekonferenz „Fichtelgebirge 2020“ einzubringen.

Und der Arbeitsplan für die Region ist umfangreich: Es gilt den demografischen Wandel aktiv zu gestalten, die Energiewende umzusetzen und die Potentiale in den Bereichen Freizeit, Tourismus und Erholung weiterzuentwickeln. Darüber hinaus geht es um soziale Netze, Bildung, Gesundheitsversorgung, Wirtschaftsfragen, Infrastrukturen von ÖPNV bis Nahversorgung, Kreativität und um das Image der Region.

Hintergrund für den allumfassenden Strategieprozess ist die anstehende EU-Förderperiode 2014-2020. Die Region ist hier als eine von vier Modellregionen in Bayern ausgewählt, ein gemeinsames Konzept für zwei EU-Förderprogramme zu erstellen. „Die Region braucht auch über die EU-Förderprogramme hinaus ein Konzept mit Strategien und Ideen, wo wir in den nächsten Jahren hin wollen. Jeder, der hier Ideen hat, ist herzlich eingeladen sich einzubringen“ sagte Landrat Dr. Karl Döhler zur Begrüßung. Dass es bei dieser Strategieentwicklung um ein Gesamtkonzept für das gesamte Fichtelgebirge geht, zeigt die Einbindung der Gemeinden Schwarzenbach/Saale, Sparneck und Zell aus dem Landkreis Hof. Betreut wird der Strategieprozess von der Selber Wirtschaftsförderin Nadja Lochschmidt und Christine Lauterbach, Managerin der Leader-Aktionsgruppe „Sechsämterland-Innovativ“

In der anschließenden Workshoprunde konnten die anwesenden Vertreter aus Politik, Schulen, Kultureinrichtungen, Wirtschaft sowie verschiedene Organisationen und Institutionen die Stärken und Schwächen, die sie für die Region sehen, erarbeiten und erste Ideen einbringen. Hierfür hatte das Planungsbüro Planwerk aus Nürnberg vier thematische Schwerpunkte ausgewählt:

Unter dem großen Oberpunkt „demografischer Wandel“ waren die Teilnehmer aufgerufen, sich Gedanken über die Innenentwicklung der Ortschaften, Leerstände, soziale Netzwerke, Ehrenamtskultur, gesundheitliche Versorgung, Barrierefreiheit und Nahversorgungsstrukturen zu machen. Als eine erste Projektidee kam hier die Gründung einer Akademie zur Begleitung des demografischen Wandels auf.

Der Themenbereich „Energie“ umfasste eine Analyse und Ideen zu erneuerbaren Energien, Energieeffizienz, Energieeinsparung, Beratungsangebote und den Aufbau von Netzwerken. Die Teilnehmer stellten hier vor allem den Bedarf an weiteren Beratungsangeboten die Energiewende umzusetzen und diese erlebbar zu machen heraus. Als positiv wurde die Positionierung als Energieregion bewertet und die Schaffung einer privaten Fachhochschule im Bereich Energie angeregt.

Bei den Themen „Wirtschaft und Bildung“ galt es Ideen für die Fachkräftesicherung, die Willkommenskultur, regionale Wertschöpfungsketten, den Übergang von Schule und Beruf sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu sammeln.

Großes Interesse fand der Themenbereich „Tourismus, Natur, Kultur“. Hier befassten sich die Teilnehmer mit Angebotslücken, der Vernetzung von Angeboten, der regionalen Identität sowie dem Qualifizierungsbedarf. Als Stärken konnten hier das gute Preis-Leistungsverhältnis und das breite Angebot an Natur-, Kultur- und Industriekultur-Erlebnissen herausgearbeitet werden. Nachholbedarf sahen die Teilnehmer bei der Bereitstellung von barrierefreien Angeboten und in der allgemeinen Infrastruktur. Zur Verbesserung in diesem Bereich regten die Teilnehmer eine verstärkte Netzwerkbildung und eine noch intensivere Vermarktung der Angebote an.

Neben den vier Schwerpunktthemen bestand die Möglichkeit in einem offenen Themenspeicher weitere relevante Scherpunkte einzubringen. Auch über die Finanzierung der Projektideen wurde bereits nachgedacht. So kam aus dem Teilnehmerkreis der Vorschlag einen öffentlichen Fonds für die Region einzurichten.

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An die Strategiekonferenz schließen sich Workshops an, zu denen jeder Interessierte herzlich eingeladen ist. Die Termine hierfür sind:

Montag, 22.09.2014, 18:00 – 20:30 Uhr
Porzellanikon Selb, Werner-Schürer-Platz 1, 95000 Selb

Mittwoch, 01.10.2014, 18:00 – 20:30 Uhr
Ost-West-Kompetenzzentrum, Heinrich-Rockstroh-Str. 10, 95615 Marktredwitz

Mittwoch, 08.10.2014, 18:00 – 20:30 Uhr
Bürgersaal in der neuen Kur- und Touristinformation, Wunsiedler Str. 4, 95163 Weißenstadt

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